Samstag, 6. November 2010

Geisterhaus - Ein Kulturgut wird ermordet - Der schleichende Tod eines Kleinods

Geisterhaus - Ein Kulturgut wird ermordet - Der Tod eines Kleinods - Die Villa Löser im rheinland-pfälzischen Pirmasens (Südwestpfalz), eine Jugendstilvilla aus dem Jahre 1908, war einst das schönste Haus der Schuhstadt. Doch dieses architektonische Kleinod verkommt nun seit Jahrzehnten. Nach dem Tod des Eigentümers fiel das Gebäude zu Jahresbeginn der Finanzverwaltung des Landes Rheinland-Pfalz zu und steht zum Verkauf.



Entgegen anderslautender Meldungen zu Jahresanfang konnte für das Haus jedoch bislang kein Käufer gefunden werden. Es wurde aus der Denkmalliste genommen und ihm droht gar der Abriß.

Die Stadt Pirmasens hat den Kauf abgelehnt. Es besteht ein offensichtliches Desinteresse an diesem einmaligen Kulturgut. Die Stadt ist bekannt für ihren lieblosen Umgang mit ihrem historischen Erbe. In den Siebziger Jahren fiel ein großer Teil des sogenannten Schützendreiecks, eines einmaligen Bauensembles, für einen Straßenbau der Spitzhacke zum Opfer.

So verschwindet in der sog. Deutschen Schuhmetropole nach und nach ihre Vergangenheit. Was der Zweite Weltkrieg und seine Bombennächte verschont haben, das fällt einer gedankenlosen Neuzeit zum Opfer. Eine Stadt verliert ihr Gesicht.

Den belagenswerten Zustand dieser Kostbarkeit zu sehen bringt schon die Assoziation zu Mord. Hier wird ein Haus ermordet. Denn Häuser haben Seelen! In ihnen wurde gelacht und geweint, getrauert, geliebt und gestorben. Generationen von Menschen haben in ihnen gelebt und die Gemäuer atmen ihren Geist und ihre Seelen.

Nicht umsonst zum Beispiel wird in Irland niemals ein altes Haus abgerissen. Es wäre ein Verbrechen an den Seelen der Menschen, die in ihm gelebt haben und in ihm gestorben sind.

Doch diese Werte scheinen nichts mehr zu zählen in der Welt des Kommerzes, des Shareholder Value und der Profitmaximierung, in der Spekulanten Tür und Tor geöffnet sind. Denn längst wurde dieses Architekturdenkmal aus der Denkmalliste genommen. Angeblich, um Investoren nicht abzuschrecken. Welche Investoren? Die, die die freie Fläche brauchen, wenn das Haus endgültig ruiniert ist?

Der harte Winter 2009/2010 hat dem Haus stark zugesetzt. Fenster sind zerschlagen oder stehen offen. Vögel fliegen ein und aus. Bester Garant für den unaufhaltsamen Verfall der mit Gewißheit bereits hochgradig maroden Bausubstanz. Dem unvoreingenommenen Beobachter bleibt kaum eine andere Vermutung, denn die, dies geschehe vorsätzlich. Denn sichert und schützt man nicht ein Gebäude, das man zu erhalten bereit ist?

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For my foreign viewers:

You see in this video the former most beautiful architecture in the city of Pirmasens (Germany, Southwestern Palatinat). Since decades this wonderful building from 1908 is rotting. The actual owner is the fiscal authority of Rhineland-Palatinate. They want to sell the heritage of the dead Pirmasens photographer and artist W. Loeser but actually there is no interested party. Maybe this piece of jewellery will be pulled down!

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Ein Blick zurück. Auf das alte Pirmasens.



Und, passend zur Jahreszeit, zum November, zu den stillen Feiertagen, ein Film über den Pirmasenser Alten Friedhof.



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Montag, 25. Oktober 2010

Unterwegs in der Oberpfalz

Bedeutendster Kirchenbau des süddeutschen Barock

Die Kirche des Prämonstratenserklosters Speinshart in der Oberpfalz (Landkreis Neustadt am Kulm) ist das wahrscheinlich bedeutendste Sakralbauwerk des süddeutschen Barock. Der reiche Stukkaturenschmuck von Carlo Domenico Lucese ist nicht, wie sonstige einheimische Stuckarbeiten in Gips ausgeführt, sondern aus Sand und Kalk geformt und mit Kalk überzogen worden. Einen weiteren besonderen Schmuck der Kirche bilden die originellen und reich verzierten Wangen der Betstühle, die in gedeckten Farben gut mit der farblichen Ausgestaltung des Hauptschiffes harmonieren.

Geburtshaus Theresia Neumann, Konnersreuth

Die Stigmatisierte von Konnersreuth - Das umstrittene Seligsprechungsverfahren der Therese Neumann - Schon die Geburt der Schneiderstochter Therese Neumann aus Konnersreuth in der Oberpfalz (Landkreis Tirschenreut) ist von Mythen umgeben: Sie soll 1898 an einem Karfreitag geboren worden sein. Als Dienstmagd bei einem Bauern verunglückte sie schwer bei einem Brand und soll, erblindet und gelähmt, sieben Jahre von 1918 bis 1925 ans Bett gefesselt gewesen sein. Schon als Kind war sie eine große Verehrerin ihrer normannischen Namensvetterin gewesen, Therese von Lisieux. Das Beten zu dieser Therese sei erhört worden, sagte Neumann später, und so sei das Wunder ihrer Gesundung zu erklären, das genau am Jahrestag der Heiligsprechung der Therese von Lisieux geschehen sein soll. Und, nicht genug der Wunder, traten bald darauf an den Karfreitagen bei ihr blutende Wunden an Händen und Füßen auf. Erstmals in der Nacht zum Karfreitag des Jahres 1926. Neben dieser bis an ihr Lebensende 1962 sich wiederholenden Stigmatisierung erlebt sie auch immer wieder in ekstatischen Visionen Szenen aus der Bibel und de Heiligenlegenden. Die Schar ihrer Anhänger und Verehrer, die auch an die wundertätige Kraft der Therese Neumann glauben, ist Legion. Nach mehr als 40.000 Bittgesuchen aus aller Welt hat der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller nach Jahren der Vorbereitung nun das Seligsprechungsverfahren eingeleitet. Was zu einem erneuten heftigen Aufflammen des Streits um die Wunderkraft der "Resl", wie sie im Volksmund heißt, hervorgerufen hat.

Denn während sie für ihre Verehrer schon längst eine Heilige ist, ist sie für die Kritiker des Kults um sie, auch auf liberalerer Seite der katholischen Kirche, eher ein Forschungsfall für Psychologen und Psychiater In der Gemeinde Konnersreuth ist man auf eine Ausweitung des Kults um Resl gut vorbereitet. Ab Mai ist dann das Geburtshaus von Therese Neumann, vor dem ein Brunnen steht mit der Statue der Therese von Lisieux, täglich für interessierte Besucher geöffnet. Denn rund 50.000 Besucher zählt der 2.000-Seelen-Ort im Jahr. Mit steigender Tendenz.

Jüdischer Friedhof in Floß, Oberpfalz

Floß ist ein Markt im Oberpfälzer Landkreis Neustadt an der Waldnaab und kann auf eine mehr als 1000jährige Geschichte zurückblicken. Jüdischer Friedhof, in Benutzung mindestens seit 1692 (ältester entzifferbarer Grabstein). Obwohl das KZ Flossenbürg in der Nähe lag, wurde eigenartigerweise dieser Friedhof nicht wie so viele andere in der Zeit des Nationalsozialismus geschändet. Wie der Ausdruck "Haus der Ewigkeit" schon andeutet, ist ein jüdisches Grab für die Ewigkeit gedacht. Er wird nicht eingeebnet und der Stein bleibt bestehen. Bei Platzmangel legt man eine Schicht Erde über ein Grab und bestattet einen Toten über dem anderen. Dies hängt mit dem jüdischen Glauben an die Auferstehung der Toten zusammen. Da die Toten nicht mit gärenden, säuernden oder sonstigen Nebenprodukten der Zersetzung verunreinigt werden sollen, verzichtet man auf Blumenschmuck, statt dessen werden kleine Steine auf die Grabplatten gelegt. Die Gräber lässt man mit Efeu und Gras überwachsen. Nach dem Besuch des Friedhofes wäscht man sich die Hände, weil die Nähe der Toten kultisch unrein macht. Am Schabbat geht man nicht auf einen Friedhof. Weil im Tode alle Menschen gleich sind, finden sich bis Mitte des 18. Jahrhunderts gleichförmige Grabsteine.

Kastl in der Oberpfalz

Kastl ist ein Markt im Oberpfälzer Landkreis Amberg-Sulzbach, ca. 50 km östlich von Nürnberg und ca. 70 km nordwestlich von Regensburg. Der Markt Kastl liegt im östlichen Teil der Frankenalb an der Lauterach, einem Nebenfluss der Vils und in der Mitte zwischen Amberg und Neumarkt in der Oberpfalz, jeweils ziemlich genau 20 km entfernt. Seit 1958 befand sich in dem historischen Klostergebäude das Europäisch-Ungarische Gymnasium mit angeschlossenem Internat, das gegen Ende des Schuljahres 2005/2006 aufgelöst wurde. Zur Zeit wird für das Gebäude eine Nachfolgenutzung als Bildungseinrichtung gesucht. Direkt neben dem Klostergebäude befindet sich die 1962 gebaute Volksschule (Grund- und Hauptschule).

Unheimlicher Totenkult

Das Kloster Kastl ist ein ehemaliges Kloster der Benediktiner in Kastl in Bayern (unweit Neumarkt / Oberpfalz) in der Diözese Eichstätt und birgt ein unheimliches Grabmal. Während eines Aufenthaltes des Kaisers Ludwig des Bayern in Kastl erkrankte eines seiner mit ihm gereisten Kinder, die 3-jährige Anna. Am 29. Januar 1319 schließlich verstarb die Prinzessin, wurde aber nicht nach München überführt, sondern wurde mumienartig einbalsamiert und im Kloster bestattet. Im Jahr 1715 wurde die Leiche aus dem Hochgrab herausgenommen und in einem Eichenschrank aufbewahrt. Der als Mumie erhaltene Leichnam ruht heute in einem Schrein im Paradis, der Vorhalle der Klosterkirche und war bis vor kurzem zu besichtigen. Gleichfalls in der Vorhalle findet sich auch die Grabtumba von Seyfried Schweppermann, der für den Kaiser am 28. September 1322 die Schlacht von Mühldorf am Inn gegen Friedrich III. den Schönen entschied. Ihm zu Ehren finden in Kastl seit 1953 die Schweppermannspiele statt.

INFOS: www.schweppermannspiele.de

Stichworte:
Friedrich der Schöne/ Ludwig IV. der Bayer/ Haus Wittelsbach/ Ludwig der Bayer/ Kaiser/ Heiliges Römisches Reich/ Mittelalter/ Landkreis Neumarkt i.d.Opf.

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Sonntag, 26. September 2010

Herbstimpressionen

Ein Herbsttag bei Neuhaus an der Pegnitz in der Fränkischen Schweiz. Es ist einer der wenigen sonnigen Tage in diesem frühen Herbst. Wir wurden da nicht gerade verwöhnt.

Auch nicht in Bayern, dem "gelobten Land" unter weiß-blauem Himmel und Wittelsbacher Rauten.

Wie anders war da der September 2006 in der Provence gewesen. Das Foto unten bei Menerbes im Luberon entstand am 22. September.

Wir waren auch bei Kälte und Regen in Deutschland losgefahren. Je weiter wir aber in den Süden kamen, desto mehr kletterten die Temperaturen nach oben.

Bei 30 Grad Celsius war man froh, in Uzes in der Altstadt im Schatten von Bäumen sitzen zu können.

Und selbst den Pool unseres Hotels in Beaucaire hätte man gut und gerne nutzen können. Doch anbetrachts der Kälte in Deutschland hatten wir keine Badesachen mitgenommen.

Herbst in Franken

Ochsenfurt in Unterfranken im Landkreis Würzburg. Die Fachwerkhäuser in der Altstadt sind eine schmucke Visitenkarte des Städtchens.

Königsberg in Bayern, das Geburtshaus des Gelehrten Regiomontanus. Und im Bild unten der Residenzgarten der Bamberger Fürstbischöfe von Schönborn. Barocker Prunk und große Gartenkunst.


Herbst im Elsaß

Wissembourg (Weißenburg)

Colmar, Maison Pfister

Kaysersberg, oben Elsässer Keramik, im Bild unten das Geburtshaus von Albert Schweitzer.


Herbst in der Bretagne und der Normandie

Port-en-Bessin, Normandie, es ist Ebbe, Gelegenheit für einen Strandspaziergang.

Herbst in der Pfalz


Herbst im "Hohen Norden"

Krummhörn, Ostfriesland, bei Emden, Windenergiepark

Der Hafen von Harlesiel, Ostfriesland. Auch ohne Yachtbesitzer zu sein kann man sich hier eine herbstlich steife Brise um die Nase wehen lassen.

Mehr Herbstimpressionen ....

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